Warum ist der Ölwechsel so wichtig? 2

Wann ist der Ölwechsel fällig? Eine Frage, mit der sich Jahr für Jahr Autofahrer auf der ganzen Welt auseinandersetzen müssen. Während die einen Autofahrer das Öl in ihren heimischen 4-Wänden wechseln, fahren andere in die Werkstatt. Doch warum ist der Ölwechsel so wichtig?

Im Automotor erfüllt das Motorenöl unterschiedliche Dienste. So sorgt das Motorenöl nicht nur für die Schmierung der hydraulischen teile des Motors. Durch das Öl kommt es auch zur Kühlung des Motors. Es bewahrt vor Korrosion, reinigt und dichtet vor allem den Motor ab.

Das Motorenöl läuft über den Zylinderkopf und den Ölbohrungen direkt in den Motorblock und gelangt von dort direkt zu den beweglichen Teilen des Motors. Durch die Schmierung des ls wird verhindert, dass die hydraulischen Teile des Automotors aufeinanderreiben und sich fest fressen. Des Weiteren sorgt der Ölfilm für eine Feinabdichtung zwischen der Zylinderlaufflächen und dem Absteifring der Kolben. Daneben hat das Motorenöl eine kühlende Wirkung, da es die thermische Belastung der stark beanspruchten Teile deutlich reduziert. Des Weiteren spült das Motorenöl feinen metallischen Abrieb und feine Schmutzpartikel aus dem Motor. Diese Rückstände werden durch den kompletten Ölkreislauf in den Ölfilter gespült.

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Welches Motorenöl kann ich mit meinem Auto fahren?

Steht der Ölwechsel an, stellt sich gerade bei einem neuen Auto die Frage: „Welches Motorenöl soll ich kaufen?“ Dazu sollten Sie wissen, dass es genau genommen, nur zwei verschiedene Arten von Motorenöl gibt. Das mineralische und das synthetische Motorenöl. Für die Herstellung beider Typen wird auf Erdöl zurückgegriffen. Das Mineralöl unterscheidet sich nur dadurch, dass dem Öl noch zusätzlich Additive hinzugefügt werden, wodurch die Eigenschaften des Öls optimiert werden sollen. Beim synthetischen Motorenöl läuft die Herstellung schon von Anfang an ganz anders, denn dieses wird bereits durch chemische Prozesse hergestellt, um positive Eigenschaften zu erreichen. Eben diese Eigenschaften haben dafür gesorgt, dass Synthetiköl auch Mehrbereichsöl genannt wird. Das Mehrbereichsöl kann bei verschiedenen Temperaturbereichen genutzt werden, das heißt, dass das Öl im Winter als auch im Sommere gefahren werden kann. Beim Einbereichsöl ist das anders.

Zum Synthetiköl gehören eine Vielzahl verschiedener Speziale, wie zum Beispiel die sogenannten Low-Ash-Motorenöle, die vor allem speziell für Dieselmotoren entwickelt wurden. Der Vorteil dieses Öls ist, dass es ohne jederlei Rückstände verbrennen kann. Beim Leichtlauföl ist es dasselbe, ihm wird nachgesagt, dass sich der Benzinverbrauch dadurch reduzieren lässt. Die Herstellung von Premium Synthetiköl ist wesentlich komplexer, wodurch der Preis beim Kauf auch deutlich höher ist. Ein Preis, den man gerne bezahlt, denn bei diesem Motorenöl kommt es nicht zum Abreißen des Schmierfilms. Zudem ermöglicht es eine deutlich bessere Kühlung und wesentlich längere Wechselintervalle.

Wichtig: Fahren Sie bereits Synthetiköl, dürfen Sie auch nur Synthetiköl nachfüllen, auf keinen Fall anderes Motorenöl.

Wie liest man die Abkürzungen auf dem Motorenöl?

Kauft man Motorenöl, stehen viele Abkürzungen auf der Flasche, die für Führerscheinneulinge nicht leicht zu durchschauen sind.

Beispiel:

5W40

Die Werte sagen etwas über die Viskosität des Motorenöls aus, bzw. bezeichnen die Fließfähigkeit des Öls. Der Buchstabe, in dem Fall W, bedeutet, dass das Motorenöl problemlos im Winter gefahren werden kann, ohne, dass es ausgetauscht werden muss. Die Zahl nach dem Buchstaben, hier „40“, beschreiben welche Fließfähigkeit das Öl bei kalten Temperaturen hat. Je kleiner der Wert, umso besser, denn desto besser ist die Fließfähigkeit des Motorenöls bei kaltem Wetter. Ist auf der Flasche des Motorenöls kein Buchstabe zu finden, beschreiben das Fließverhalten des Öls bei 100 Grad Celsius.

Welche Arten von Motorenöl gibt es?

5W-30 Hiebei handelt es sich um ein Hochleistungslauföl, das im Sommer und im Winter dieselbe Fließfähigkeit zeigt. Lange Ölwechselintervalle verkraftet dieses Motorenöl problemlos.
0W-40 Dieses Motorenöl ist vollsynthetisch und hat eine sehr niedrige Viskosität. Es kann nur bis maximal 35 Grad Celsius minus gefahren werden.
5W-40 Das Motorenöl ist voll- bzw. teilsynthetisch. Es besitzt verbesserte Kaltstarteigenschaften und kann bei bis zu – 30 Grad Celsius gefahren werden. Diesem Motorenöl wird nachgesagt, dass es dabei helfen kann, den Kraftstoffverbrauch zu reduziere.
10W-40 Das kostengünstige Motorenöl gehört zur Leichtlaufklasse. Es kann im Wintere nur bis maximal 25 Grad Minus problemlos gefahren werden.

In welchen Intervallen muss das Motorenöl gewechselt werden?

In der Regel steht im Handbuch eines Automodells, wann genau der Ölwechsel erfolgen muss. Allerdings sollte man bedenken, dass der Fahrstil ebenfalls einen Einfluss darauf hat, wann es nötig wird, das Motorenöl zu wechseln. Je nach Auto Modell gibt es entweder dynamische oder auch feste Wechselintervalle. Es gilt beim Ölwechsel jedoch die grobe Faustregel, dass das Öl mindestens alle 15 000 Kilometer ausgetauscht werden muss. Wer viel kurze Strecken fährt oder nur im Stadtverkehr unterwegs ist, sollte das Motorenöl in deutlich kürzeren Abständen austauschen. Welches Motorenöl dafür verwendet werden muss, hängt nicht nur von den Vorgaben des Herstellers und dem Automobil ab, sondern auch vom persönlichen Geschmack.

Motorenöl austauschen – vergessen Sie den Ölfilter nicht

Wird das Motorenöl ausgetauscht, darf auf keinen Fall der Ölfilter vergessen werden, da der alte Filter durch Schmutzpartikel und Metallabrieb mit der Zeit verstopfen kann. Um eben das zu vermeiden, tauschen Sie den Ölfilter immer gemeinsam mit dem Motorenöl aus. Dadurch kann garantiert werden, dass auch weiterhin die Schmutzpartikel und der Metallabrieb aus dem Motorenöl gefiltert wird. Einfach nur den Ölfilter wechseln ist nicht ausreichend, denn das Motorenöl unterliegt trotzdem einen gewissen Alterungsprozess.

Der Ölwechsel kann in jeder Werkstatt durchgeführt werden, auch, wenn man noch in der Garantie-Zeit ist und eigentlich eine Vertragswerkstatt aufsuchen müsste. Kurz gesagt, beim Ölwechsel sind Sie an keine Werkstatt gebunden! Die Kosten, die bei dem Wechsel des Motorenöls anfallen, hängen ab vom Zubehör und den angefallenen Arbeitsstunden. Wobei Sie davon ausgehen können, dass Sie in der freien Werkstat meist weniger Geld bezahlen als in Ihrer Vertragswerkstatt.

Bild: pixabay (Markus Thomas)

2 thoughts on “Warum ist der Ölwechsel so wichtig?

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  2. Reply Thorsten Jan 21, 2016 18:09

    Danke für den interessanten Artikel. Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass man auch bei einem Motor, der zwei Jahre nicht bewegt worden ist, einen Ölwechsel durchführen sollte. Wie beim Automotor muss auch bei einem Notstromaggregat das Motoröl in regelmäßigen Abständen gewechselt werden. Bei einem Stromerzeuger richtet sich das Intervall natürlich nicht nach dem Kilometerstand, sondern nach den Betriebsstunden. Bei neuen Aggregaten ist der erste Ölwechsel deutlich früher fällig, als nach dem Einlaufen des Motors.

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